Katsuhito Nishikawa
Beendet

Katsuhito Nishikawa

Das Werk des Künstlers Katsuhito Nishikawa, der 1948 in Tokyo geboren wurde, umfasst Architektur, Design, Grafik, Malerei, Skulptur und Zeichnung.
Seine Ausbildung begann er an der Keio University in Tokyo, später kam er nach München an die dortige Kunstakademie. Im Anschluss studierte er an der Akademie der Schönen Künste bei Erwin Heerich in Düsseldorf.
Seit den 1990er Jahren wirkt er an der Umsetzung der Idee zur Museumsinsel Hombroich mit.
„1980 begann Erwin Heerich mit der Planung der Bauten auf der Museumsinsel Hombroich bei Neuss. Hierdurch hatte ich schon die ersten Berührungspunkte mit meinem späteren privaten und künstlerischen Zuhause.... Erwin Heerich und Karl-Heinrich Müller, Kunstsammler, Mäzen und Gründer der Insel Hombroich, luden mich 1994 ein, in einem Atelier auf der
Raketenstation Hombroich zu arbeiten.“ /1

Wir begegneten Katsuhito Nishikawa erst in diesem Jahrhundert, als er für die editionformform das Möbelprogramm NF entwarf. „Beim Entwerfen von Möbeln orientiere ich mich sehr stark an der Funktion. Die unterschiedlichen Entstehungsprozesse münden letztlich aber in einem Ganzen. Mich darauf einzulassen, ist das, was das Künstlersein so vielfältig und interessant macht.“ /2

Für den Büromöbelhersteller Löeffler entwarf Nishikawa u.a. den Bürostuhl NK1. Wie er die Herangehensweise an dieses Projekt beschreibt, zeichnet nicht nur seine künstlerische Haltung in Fragen des Designs aus, „ich wollte ein Sitzmöbel pur zeigen – ohne jedwedes Make-Up, das den Blick auf das Wesentliche versperrt.“ /3

Mit dem Zyklus ‚Piero’ präsentieren wir einen Ausschnitt Katsuhito Nishikawas malerischen Arbeiten. Piero beinhaltet 24 Farben – sie sind die Essenz der Begegnung Katsuhito Nishikawas mit dem Werk des Malers Piero della Francesca. Dieser Maler der Frührenaissance fasziniert bis heute durch die ungebrochene Kraft seiner Darstellung. „Es ist die Farbigkeit welche die erste Kraft ist, aus der in jenen Bildern die Gegenwärtigkeit kommt, die jene Bilder so erkennend macht.“ /4
Mit diesen Worten umschreibt der Philosoph Walter Seitter sein Interesse an Piero della Francesca und verortet die Farbigkeit in einer „Farbenarchitektur“. Katsuhito Nishikawa folgt mit ‚Piero’ ebenso der Architektur - Farbe konstruiert er durch einen mehrschichtigen Aufbau - diese Tableaus aus Acryl eröffnen der Wahrnehmung die Eigenschaften von Farbe, Licht und Schatten. In der formalen Anordnung der identisch großen Bildtafeln zeigt sich die sichtbare wie auch imaginäre Kraft der Farben Pieros .

Katsuhito Nishikawa
Piero, 2005,
24 Colors, 30 x 42,3 x 3,4 cm each

/1 http://www.loeffler.de/pdf/de/Statement-Katsuhito-Nishikawa.pdf Stand 14.11.16
/2 ebd.
/3 ebd.
/4 Walter Seitter, Piero della Francesca Parallele Farben, Berlin 1992, S. 8

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