30 Jahre / Christoph R. Siebrasse und Rainer Schenk / Sensilla und Rosie / Gestern und Heute
Beendet

30 Jahre / Christoph R. Siebrasse und Rainer Schenk / Sensilla und Rosie / Gestern und Heute

Sensilla und Rosie sind bereit. Mit Madeira, Mariposa, Freidenker und vielen anderen wollen sie sich zu Ehren von Christoph R. Siebrasse und Rainer Schenk versammeln. Das Projekt - ein Blick auf dreißig Jahre ungebrochene Kreativität zweier Künstler.
Gemeinsam mit Markanto.de laden wir Sie herzlich ein, dieses ganz besondere Werk in Augenschein zu nehmen.

In den 1980er Jahren machte sich eine ganze Generation auf, die „vom Deutschen Werkbund vor dem Ersten Weltkrieg begründet, vom Bauhaus meisterhaft exerziert und nach dem Zweiten Weltkrieg von der Hochschule für Gestaltung Ulm zur Perfektion“ /1 geführte „Tradition der Guten Form“ /2 in Frage zu stellen.

Mittendrin auch Christoph R. Siebrasse und Rainer Schenk mit ihrer 1986 gegründeten Gruppe Confrontation: Art + Design (CONARDE, später CAD). Ihre Objekte belegen, dass man eine Tradition nicht überwinden, sondern formal und semantisch überprüfen und zitieren kann. Dies entspricht den Begrifflichkeiten eines Jochen Gros, der in den 1970er Jahren u.a. mit einer „Theorie der sinnlichen Funktionen“ folgendes beschrieb: „Aufgabe des Designers war, sich vom Zweckrationalismus des naturwissenschaftlichen Denkens zu befreien und stärker geisteswissenschaftliche Methoden, vor allem die der Wahrnehmung und der Psychologie zu berücksichtigen.“ /3.

Diese Worte klingen nach einem Freidenker und werden durch Elisabeth Bähr in dem Katalog zu einer Ausstellung der Gruppe CONARDE in Münster passend erweitert.
Diese Gruppe „appelliert an den Menschen, seine Sinne zu gebrauchen und sie nicht zu vernachlässigen. Wahrnehmung soll ganzheitlich ausgerichtet sein und sowohl die Auseinandersetzung als auch die emotionale, sinnliche Empfindung suchen.“ /4

Mit Unterstützung einer starken Fachpresse verbreiten sich die Ideen des Neuen Deutschen Designs, doch „gegen den experimentierfeindlichen deutschen Möbelmarkt verbuchen nur einige wenige Designer, die ihre Möbel selbst vertreiben, Erfolge. /5 Im Gegensatz dazu agierte die Gruppe CAD äußert erfolgreich und war mit ihren Entwürfen von 1987 bis 1994 auf der Kölner Möbelmesse vertreten. Im Jahr 1988 stellte Confrontation: Art + Design den Freischwinger ‚Sensilla’ vor, dem eine breite mediale Aufmerksamkeit zuteil wurde, als er in den 1990er Jahren in die Kultursendung Aspekte einzog. Es ist „das Spielerische bei gleichzeitiger Beschränkung auf konzise Formen“ /6, was fasziniert und diesem Stuhl mit freischwingender Sitzfläche 2012 die Tür zur ständigen Sammlung des MAKK (Museums für Angewandte Kunst Köln) öffnete.

Christoph R. Siebrasse und Rainer Schenk wählen nun aus dreißig Jahren gemeinsamer Arbeit aus. Dabei werden sie auch einiges über sich verraten, denn „das Design eines Produkts spiegelt das Menschenbild des Designers.“ /7

Wir sind gespannt und freuen uns auf Ihren Besuch.

Martin Bohn + Markanto.de

www.markanto.de

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/1 Katalog zur Ausstellung Schrill, Bizarr, Brachial. Das Neue Deutsche Design der 80er Jahre. Wienand Verlag, 2014. S. 8
/2 Ebd
/3 Kunstforum, Bd 99, 1989, S. 62 f.
/4 Elisabeth Bähr, Pfalzgalerie Kaiserslautern, Rainer Schenk, Christoph R. Siebrasse, Pascal Suchier, Ausstellung am Domplatz 36, ohne Jahresangabe, S.3
/5 Kunstforum, Bd 99, 1989, S. 69
/6 Dr. Gabrielle Lueg, in Christoph R. Siebrasse, Art Design für Freidenker, ohne Jahresangabe, S.5
/7 Dieter Rams, Funktionales Design ist eine Zukunftsaufgabe, in DESIGN DASEIN, Ausstellungskatalog Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, 1987, S. 157

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